Rund 600 Sängerinnen und Sänger pilgerten gemeinsam nach Maria Weißenstein

Erste Diözesane Chorwallfahrt des Verbandes der Kirchenmusik Südtirol – Gemeinsamer Gottesdienst mit Bischof Ivo Muser – Musik, Glaube und Gemeinschaft im Mittelpunkt

Maria Weißenstein – Bei strahlendem Sonnenschein und in bereits herbstlicher Landschaft haben sich am Sonntag, 27. September, rund 600 Sängerinnen und Sänger aus Kirchenchören der Diözese Bozen-Brixen auf den Weg nach Maria Weißenstein gemacht. Zur ersten Diözesanen Chorwallfahrt hatte der Verband der Kirchenmusik Südtirol eingeladen.

Am Morgen versammelten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Petersberg. Von dort führte der gemeinsame Besinnungsweg durch den Wald hinauf nach Maria Weißenstein. Das gemeinsame Unterwegssein bildete dabei bewusst einen wesentlichen Teil der Wallfahrt: Begegnung, Besinnung, Glaube und die Verbundenheit der Sängerinnen und Sänger sollten ebenso im Mittelpunkt stehen wie die Musik.

Nach der Ankunft in Maria Weißenstein versammelten sich die Kirchenchöre bei der Kerzenkapelle zur gemeinsamen Probe. Um 11 Uhr feierten die Sängerinnen und Sänger mit Diözesanbischof Ivo Muser den Gottesdienst und gestalteten ihn als großer gemeinsamer Chor musikalisch mit. Ein besonderer musikalischer Schwerpunkt war die „Messe in F“ von Heinrich Walder, die eigens für die Diözesane Chorwallfahrt komponiert wurde.

In seiner Predigt würdigte Bischof Muser den Dienst der Kirchenchöre in den Pfarrgemeinden und erinnerte daran, dass ihr Singen weit über die musikalische Gestaltung eines Gottesdienstes hinausreiche. „Wir singen nicht nur über unseren Glauben. Wir dürfen unseren Glauben zum Klingen bringen – mit unserem Leben“, gab der Bischof den Sängerinnen und Sängern mit auf den Weg.

Dabei griff er auch das Bild des Chores als Gemeinschaft auf: Sopran, Alt, Tenor und Bass hätten jeweils ihren eigenen Klang, erst im Miteinander entstehe jedoch Harmonie. Dieses Zusammenspiel unterschiedlicher Stimmen wurde damit zugleich zum Bild für eine lebendige christliche Gemeinschaft.

Auch Verbandsvorsitzender Heinrich Walder stellte den geistlichen Charakter des Tages in den Vordergrund. Nicht das große Ereignis mit rund 600 Mitwirkenden allein stehe im Mittelpunkt, sondern die Wallfahrt selbst: das bewusste Sich-Aufmachen zu einem Ort des Glaubens und des Gebets. Der gemeinsame Gesang werde dabei zum Ausdruck des Glaubens, des Dankes und der Hoffnung.

Nach dem Gottesdienst und den anschließenden Grußworten kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum gemeinsamen Mittagessen zusammen. Auch am Nachmittag standen Begegnung und Gemeinschaft im Mittelpunkt. Angeboten wurden unter anderem ein offenes Singen, die Besichtigung von St. Leonhard und der Einsiedelei sowie Führungen durch die Brauerei von Maria Weißenstein. Am späten Nachmittag kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Kerzenkapelle nochmals zu einem gemeinsamen Abschluss zusammen.

Die erste Diözesane Chorwallfahrt sollte dabei bewusst über diesen einen Tag hinauswirken. Heinrich Walder dankte den Sängerinnen und Sängern für ihren Einsatz in den Kirchenchören und würdigte ihren ganzjährigen „unverzichtbaren und unbezahlbaren Dienst an der Kirche“. Die Freude und Begeisterung für die geistliche Musik, die bei der Wallfahrt gemeinsam erlebt wurde, solle mit nach Hause genommen und im Choralltag weitergetragen werden.

Veranstalter der Diözesanen Chorwallfahrt war der Verband der Kirchenmusik Südtirol.