Nadal Roig Serralta gewinnt den 9. Internationalen Daniel-Herz-Orgelwettbewerb

Nadal Roig Serralta aus Spanien gewinnt den ersten Preis; Kanaka Shimizu aus Japan auf dem zweiten Platz; zwei dritte Preise für Sarah-Maria Pilwax und Manuel Fröschl, beide aus Österreich; Preisträgerkonzert am Sonntagabend 

Brixen, 5. September 2026: Die Preisträger des 9. Internationalen Daniel-Herz-Orgelwettbewerbs stehen fest. Nach dem Finale am Samstag im Dom zu Brixen hat die internationale Jury Nadal Roig Serralta aus Spanien mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Der zweite Preis geht an Kanaka Shimizu aus Japan. Zwei dritte Preise wurden an Sarah-Maria Pilwax und Manuel Fröschl, beide aus Österreich, vergeben.

Damit geht eine intensive Wettbewerbswoche zu Ende, in der sich 15 junge Organistinnen und Organisten verschiedener Nationen an zwei außergewöhnlichen Instrumenten der internationalen Jury stellten. Nach den Auswahlrunden am Dienstag und Mittwoch wurde das Finale am Samstag an der großen Pirchner-Orgel im Brixner Dom ausgetragen.

Das Spiel der Kandidatinnen und Kandidaten erfolgte anonym und in ausgeloster Reihenfolge. Bewertet wurden die Interpretationen von einer vierköpfigen internationalen Fachjury unter dem Vorsitz des italienischen Organisten und Dirigenten Andrea Marcon. Weitere Jurymitglieder waren Anna Scholl und Jörg Halubek aus Deutschland sowie Franz Comploi aus Südtirol, der zugleich die künstlerische Leitung des Wettbewerbs innehat.

„Ein solcher Wettbewerb ist immer auch ein Wettbewerb mit sich selbst. Er hilft dabei, sich zu profilieren und weiterzuentwickeln. Das Wichtigste ist aber der Weg, den man in der Vorbereitung geht“, betonte Juryvorsitzender Andrea Marcon, der bei der Preisverleihung im Namen der Jury sprach.

Vier Preisträger und weitere Konzertmöglichkeiten

Der erste Preis des Daniel-Herz-Orgelwettbewerbs ist mit 5.000 Euro dotiert, der zweite mit 3.000 Euro. Der mit insgesamt 2.000 Euro dotierte dritte Preis wurde geteilt: Sarah-Maria Pilwax und Manuel Fröschl erhalten jeweils 1.000 Euro. Darüber hinaus eröffnet der Wettbewerb den ausgezeichneten jungen Musikerinnen und Musikern weitere Auftrittsmöglichkeiten bei Konzertreihen und Festivals in Südtirol und darüber hinaus.

Zwei Orgeln als besondere Herausforderung

Eine Besonderheit des Daniel-Herz-Orgelwettbewerbs ist, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Können an zwei grundverschiedenen Instrumenten zeigen müssen. Neben der 1980 erbauten großen Pirchner-Orgel mit 48 Registern im Dom zu Brixen spielen sie auf der historischen Herz/Ahrend-Orgel in der benachbarten Frauenkirche. Ihr Ursprung geht auf den Tiroler Orgelbauer Daniel Herz und das Jahr 1649 zurück. 2010 wurde das Instrument von Hendrik Ahrend restauriert und rekonstruiert.

Gerade der Wechsel zwischen den beiden Instrumenten stellt hohe Anforderungen an die jungen Organistinnen und Organisten. Innerhalb weniger Tage müssen sie sich auf unterschiedliche Spielweisen, Klangästhetiken und Repertoires einstellen und sowohl an einer modernen als auch an einer historischen Orgel überzeugen.

Preisträgerkonzert zum Abschluss

Noch einmal zu hören sind die ausgezeichneten Organistinnen und Organisten am Sonntag, 6. September, um 20 Uhr beim festlichen Preisträgerkonzert. Dabei erklingen beide Wettbewerbsinstrumente im Dom zu Brixen und in der Frauenkirche. Rai Südtirol überträgt das Konzert live.

Der Internationale Daniel-Herz-Orgelwettbewerb wird seit 2008 im Zweijahresrhythmus veranstaltet. Ziel ist es, junge Orgeltalente aus dem In- und Ausland zu fördern und ihnen die intensive Auseinandersetzung mit bedeutenden historischen und modernen Instrumenten zu ermöglichen. Seit 2024 liegt die Trägerschaft beim Verband der Kirchenmusik Südtirol (VKM). Die künstlerische Leitung hat Franz Comploi, die Koordination liegt bei Philipp Comploi.

Preisträger 2026

  1. Preis: Nadal Roig Serralta (Spanien)
  2. Preis: Kanaka Shimizu (Japan)
  3. Preis: Sarah-Maria Pilwax (Österreich)
  4. Preis: Manuel Fröschl (Österreich)

Foto: * die Preisträger v. l. n. r. 1. Preis: Nadal Roig Serralta (Spanien), 3. Preis: Sarah-Maria Pilwax (Österreich), 3. Preis: Manuel Fröschl (Österreich), 2. Preis: Kanaka Shimizu (Japan)